Ratgeber · Steuern
Steuern auf Gewinne
Die kurze Antwort: Als Privatperson zahlen Sie auf Glücksspielgewinne in Deutschland grundsätzlich keine Einkommensteuer. Besteuert wird an einer ganz anderen Stelle – beim Anbieter, und zwar auf den Einsatz.

- Privatgewinne: grundsätzlich keine Einkommensteuer
- Virtuelle Automatensteuer 5,3 % auf den Einsatz
- Online-Poker 5,3 %, Sportwetten 5,3 %
- Bemessung: Einsatz, nicht Rohertrag
Für Privatpersonen
Gewinne aus Glücksspiel gelten bei Privatpersonen in Deutschland grundsätzlich nicht als steuerpflichtige Einkünfte: Es fehlt an einer Einkunftsart im Sinne des Einkommensteuerrechts. Wer im legalen Rahmen spielt, deklariert einen Gewinn also nicht als Einkommen. Anders kann es liegen, wenn Glücksspiel berufsmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird – eine Konstellation, die eine steuerliche Beratung erfordert und nicht über eine Ratgeberseite zu klären ist.
Zinsen oder Erträge, die später aus einem Gewinn entstehen, sind davon unberührt: Sie werden wie andere Kapitalerträge behandelt.
Wo die Steuer tatsächlich anfällt
Besteuert wird der Anbieter. Seit dem 1. Juli 2021 gilt eine Virtuelle Automatensteuer von 5,3 % und eine Online-Pokersteuer von 5,3 %; auf Sportwetten liegt eine Sportwettensteuer von 5,3 %. Entscheidend ist die Bemessungsgrundlage: Besteuert wird der Spieleinsatz, nicht der Rohertrag.
Warum diese Bemessung alles verändert
Eine Abgabe auf den Einsatz trifft jeden gesetzten Euro, unabhängig davon, ob der Anbieter daran verdient. Bei einem Spiel mit hohem RTP, das denselben Euro viele Male umsetzt, ist die Steuerlast im Verhältnis zum Ertrag entsprechend hoch. Das erklärt, warum das legale deutsche Angebot schmaler kalkuliert ist als das ausländische – und warum Boni hier kleiner ausfallen.
Seit dem 1. Oktober 2025 kommt für die Anbieter zusätzlich eine gesetzliche Abgabe zur Finanzierung von Forschung, Prävention und Behandlung hinzu. Auch sie wird nicht bei den Spielenden erhoben.
Und bei ausländischen Anbietern?
An der steuerlichen Behandlung des privaten Gewinns ändert der Sitz des Anbieters für sich genommen nichts. Alles andere ändert sich allerdings sehr wohl: kein Spielerschutz, keine Aufsicht, kein Beschwerdeweg – siehe Casino ohne deutsche Lizenz. Diese Seite gibt den allgemeinen Rahmen wieder und ersetzt keine Steuerberatung; für den Einzelfall ist eine Fachperson zuständig.
Informationsangebot, keine Spielaufforderung. Verbindlich sind die Angaben des Anbieters. 18+ · Glücksspiel kann süchtig machen.